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Osteopathie - Zen - Dojo

ZEN

Ob man das Leben lachend oder weinend verbringt, es ist dieselbe Zeitspanne.


Zen - genauer Zazen - ist eine aus dem Buddhismus stammende Methode in sich selbst zu finden, Blockaden zu lösen und seine geistige Gesundheit zu fördern. Durch Selbstbeobachtung des Körpers, seiner Haltung und Atmung (z. B. Betrachtung des Atemflusses und der Empfindungen, der Denkvorgänge und des Bewusstseins) verbindet sich der Übende mit dem gegenwärtigen Ort und Moment. Da Körper und Geist nicht getrennt sind, hat die Körperhaltung direkten Einfluss auf das Empfinden, Denken und die physisch-psychische Verfassung. Durch die Haltung, Beobachtung und Konzentration kommt der Strom der Gedanken zur Ruhe oder wird zeitweise komplett unterbrochen. Die auch im Körper manifestierten Lebenserfahrungen und Unterbewusstes erscheinen in dieser Geisteshaltung und können sich lösen.

Somit ist Zazen eine effektive Methode zur Förderung und Erhaltung der körperlichen und geistigen Gesundheit.


Die allumfassende Übung des Weges Fukanzazengi von Meister Dogen Zenji (1200-1253)
Auszug:

Für Zazen ist ein stiller Raum geeignet. Esst und trinkt massvoll, verwerft alle Verpflichtung, gebt alle Beschäftigung auf. Denkt nicht: Dies ist gut, das ist schlecht. Seid nicht parteiisch,   nicht für - noch gegen. Lasst alle Bewegung des bewussten Geistes gehen, Urteile, Meinungen und Erwägen. Habt nicht die Absicht, etwas zu erreichen.

Zazen ist darüber hinaus nicht gebunden an sitzende oder liegende Haltung. An dem Platz, an dem ihr gewöhnlicherweise sitzt, breitet eine dicke Matte aus und legt euer Kissen oder die   Meditationsbank darauf.

Sitzt entweder in der Lotus- oder Halblotushaltung oder gut geerdet auf der Meditationsbank. Eure Kleider und Gürtel sollten locker sein und geordnet. Dann legt die rechte Hand in den Schoss, die     Handfläche nach oben, die linke Hand in die rechte, die Daumen sich leicht berührend. Sitzt so aufrecht in der korrekten Haltung des Körpers, weder nach links neigend, noch nach rechts, weder vor, noch zurück.

Versichert euch, dass eure Ohren in einer Linie sind mit den Schultern, und die Nase mit dem Nabel. Legt die Zunge gegen den Gaumen, Zähne und Lippen beide geschlossen. Eure Augen sollten offen     sein, und der Atem geht sanft durch die Nase. Einmal die rechte Haltung eingenommen, nehmt einen tiefen Atemzug, atmet ein und aus, schwingt den Körper nach rechts und nach links und lasst euch in eine stabile unbewegliche Sitzhaltung nieder. Atmet in eurem Rhythmus sanft durch die Nase.

Denkt das Nicht-Denken. Wie denkt man Nicht-Denken? Jenseits des Denkens. Das ist in sich die wesentliche Kunst des Zazen.


ZEN FOR NOTHING - Trailer

 


Zazen und Wissenschaft

(Quelle: Wikipedia)

Aus wissenschaftlicher Sicht ist Zazen ein schwierig zu erforschendes Thema. Wie bereits oben erwähnt geht es um eine subjektive Erfahrung, die Wissenschaft jedoch versucht, intersubjektiv nachvollziehbare Standpunkte zu erlangen, um so ein möglichst objektives Urteil zu erlangen. Wissenschaftliche Schlüsse spiegeln also nicht unbedingt die Erfahrung eines Zazen Praktizierenden wider, die Wissenschaft versucht lediglich die Ursachen jener subjektiven Erfahrung sichtbar zu machen. So wurden in einer Studie die Gehirnströme Meditierender mit einem EEG-Gerät untersucht.

Interessant erschien den Forschern offenbar der Zusammenhang zwischen Habituation (Gewöhnung) und Zazen-Praxis. Mit Hilfe des EEG werden Gehirnwellen sichtbar, maschinell zu einem Graph verarbeitet und verwertbar. Die verschiedenen Erscheinungsformen dieser Wellen werden unterteilt. Interessant für das Experiment sind die sogenannten „Alpha-Wellen“. Wann immer ein Mensch geistig tätig ist, also auch dann, wenn er einem Reiz ausgesetzt wird, werden diese Alpha-Wellen unterbrochen. Bei Wiederholung desselben Reizes verflacht diese Blockierung. In der Dokumentation des Experiments wird exemplarisch das Ticken einer Uhr genannt: beim ersten Ticken werden die Alpha-Wellen blockiert, solange man auf das Ticken achtet, doch sobald man sich auf etwas anderes konzentriert, hört man das Ticken nicht mehr bewusst, die Alpha-Wellen-Blockierung verflacht: Habituation. Während das Phänomen der Habituation bei Versuchspersonen, die kein Zazen praktizieren, eintrat, so entfiel es beim Versuch mit einem Zen-Meister. Dieser schien jedes einzelne Ticken der Uhr zu hören.

Zazen verhilft offenbar dem Meditierenden dazu, seine Habituation besser zu kontrollieren.